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Die Citroën CX Seite Geschichte des CX
1974 wird auf dem Pariser Autosalon zum ersten Mal seit gut 20 Jahren ein neuer großer Citroen vorgestellt: Der CX. Aber er hat es nicht
leicht, seinen richtigen Standort zu finden. Er wirkt wenig revolutionär gegen seinen Vorgänger, den wohl berühmtesten Citroen. Die Menschen
sind größtenteils wenig fasziniert, sie haben andere Gedanken, als ein Auto zu bewundern. Das Zeitgeschehen wird bestimmt von der
Energiekrise, welche in diesen Tagen die meisten europäischen Länder zwingt, die Geschwindigkeit auf den Autobahnen auf 130 km/h zu
beschränken. Deutschland bleibt die Ausnahme. Verständlich, dass Argumente wie Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit eines Autos
nicht überzeugend wirken. Zudem befindet sich das Land nach dem Tod von Staatspräsident George Pompidou auch politisch im Umschwung.
Getreue Citroen Kunden fürchten den Verlust ihrer Marke wegen der bevorstehenden Übernahme durch den Peugeot Konzern. So bleibt dem
CX eine triumphale Vorstellung zu seinem Marktantritt verwehrt. Es dauert erst einige Zeit und ganz nebenbei erfahren die Leute durch die
Presse und durch seine vermehrte Erscheinung auf den Strassen, was für ein großer technischer und stilistischer Schritt Citroen mit dem CX
wieder mal gelungen war. Sind doch im CX unzählige technische Neuerungen und kleine französische Revolutionen untergebracht. Es ist der
erste Citroen mit Quermotor, soll ein Jahr später der erste Serien Citroen PKW mit Dieselmotor sein und schlägt alle seine Konkurrenten in
Sachen Windwiderstand, was ihm seinen Namen CX gibt, die französische Abkürzung für den Cw Wert. Jetzt hält auch die Ölkrise die Leute
nicht mehr zurück; allein in den ersten beiden Verkaufsjahren werden in Frankreich fast 60 000 CX verkauft und noch mal ca. 30 000 im
restlichen Europa. Neu ist auch das Werk, in dem er gebaut wird. In Aulnay sous Bois unweit von Paris nimmt es 200 Ha Land ein und enthält
17 Km Strassen und 11 Km Schienen. Dennoch sinkt die Jahresproduktion aufgrund der Ölkrise auf unter 700 000 Autos.
1976, im Jahr des Zusammenschluss von Peugeot und Citroen zum PSA Konzern, wird in fast ganz Europa die Sommerzeit eingeführt. Durch
die helleren Abende wird 1 Prozent Energie eingespart, was 300 000 Tonnen Erdöl entspricht. Gleichzeitig wird bei Air France, der Ölkrise zum
Trotz, die erste Concorde in Betrieb gestellt. Bei Citroen wird der CX Break vorgestellt, auf dessen verlängerter Bodengruppe später im Jahr
der CX Prestige herauskommt. Während der Break ein konkurrenzloses Ladevolumen von 2,172 m³ hat, geniessen die Passagiere im Fond
des CX Prestige ganze 25 cm mehr Beinfreiheit als in der herkömmlichen Limousine, herrschaftliches Fahren in Serienproduktion.
Frankreich begeht die ersten Versuche, sich vom Öl unabhängig zu machen und stellt 1977 das erste französische Atomkraftwerk in Betrieb
und Citroen stellt den ersten CX mit Benzineinspritzung vor, den CX 2400 IE. Er soll weniger verbrauchen und mehr leisten als die
Vergasermodelle. Dennoch halbiert sich die Zahl der verkauften Benziner nahezu und die der Diesel verdoppelt sich fast im Vergleich zu 1976. Gesamtverkauf in diesem Jahr: 61 937 CX in Frankreich und 47 249 in Europa.
Bei der Ralley „Tour Automobil Senegal“ feiert der CX seine ersten sportlichen Erfolge.
Gleich 5 CX belegen die ersten 5 Plätze. Aufgrund des außerordentlichen Erfolgs der Dieselmodelle wird der Motor überarbeitet und die
Leistung erhöht. Er hat nun 2,5 l Hubraum und 75 PS und fährt 156 km/h. Daten, die 1978 von kaum einem Konkurrenzmodell erreicht werden.
1979 erscheinen zwei neue Ausstattungsvarianten mit einem neuen Motor, der CX Athena und der CX Reflex. Der Motor wurde von der
Societe Francaise Mechanique entwickelt und wird bereits von Peugeot und Renault eingebaut. Er besteht aus Leichtmetall und hat als einziger CX eine oben liegende Nockenwelle, 2 l Hubraum und 106 PS.
1981 wird Francois Mitterand zum Staatspräsidenten gewählt und die Todesstrafe in Frankreich abgeschafft. Citroen arbeitet mit Michelin
zusammen an einem neuartigen Reifenkonzept speziell für den CX, welches den Geradeauslauf und den Komfort enorm verbessert und
welches verhindert, dass der Reifen bei einem plötzlichen Druckverlust von der Felge springt, was in Verbindung mit dem
hydropneumatischen Fahrwerk einen Reifenplatzer völlig ungefährlich werden lässt. Bei niedrigen Geschwindigkeiten kann man sogar ganz
ohne Luft fahren, ohne die Felge zu beschädigen. Dieser TRX Reifen wird später auch von anderen Automobilherstellern, wie BMW, Ford und
Ferrari eingesetzt. Das Konzept wird jedoch Ende der 80er Jahre nicht weiter verfolgt. Ganz ohne Reifen stellt der erste europäische
Hochgeschwindigkeitszug TGV in Frankreich den Weltrekord von 380 km/h auf. Die zweite Ölkrise schlägt zu und lässt die Jahresproduktion
auf unter 40 000 CX sinken. Dieser Trend soll sich bis Mitte der 80er Jahre fortsetzen und drückt die Zahlen bis auf unter 20 000 CX in 1984.
Die Kaufkraft der Bevölkerung ist so geschwächt, dass jetzt nur noch kleine, günstige Modelle gefragt sind.
1982 schließt das Werk am Quai Andre Citroen an Pariser Seine Ufer, wo sich heute der Parc Andre Citroen mit pompösen
Springbrunnenspielen befindet. Eine neue, technische Erfindung namens Minitel verbreitet sich über das Land, ein elektronisches Telefonbuch
mit Monitor, welches nach kurzer Zeit in jedem französischen Haushalt vorhanden sein wird. In diesem Jahr beginnen auch die
Geschäftsbeziehungen zu China mit einem Vertrag über den Export von 150 CX nach Peking. Während in Europa die ersten Medien zur
digitalen Datenspeicherung in Form von Compact Disks entwickelt werden, beschäftigen sich französische Ingenieure damit, einen gesamten
Industriekomplex ausschließlich mit Solarenergie zu versorgen, was ihnen mit dem Pernod Werk in Lyon auch gelingt. Damit wird Frankreich
Vorreiter in Sachen alternativer Energiequellen. Der CX Diesel erhält einen Abgasturbolader, welcher die Leistung des Motors auf 95 PS und
das Auto auf 175 km/h bringt. Dieser Diesel ist nun eine echte Alternative zum Benziner, verbraucht aber nur 5,7 l/100 km.
Aber nicht nur der Verbrauch ist in diesen Tagen im Gespräch. 1984 macht sich die Politik in Europa zum ersten Mal Gedanken über die
Abgasreduzierung der Autos. Das Ergebnis ist der Beschluss über die Einführung bleifreien Benzins ab 1989 und der Einsatz von
Katalysatoren in Autos ab 1985. Zuvor soll jedoch noch ein besonders exquisiter CX den okzidentalen Asphalt erobern, der GTI Turbo. Mit 168
PS und 220 km/h erschreckt er die größten Motorisierungen der Konkurrenz. Als Sonderserie kommt der CX Leader auf den Markt. Er ist
technisch identisch mit den CX 20, jedoch üppiger ausgestattet. Beide Modelle werden in dieser Form jedoch nur ein knappes Jahr gebaut,
denn Mitte 1985 erscheint die Serie 2, begleitet von einer neuen Firmenpräsentation mit überarbeitetem Doppelwinkelsymbol in den Farben Rot und Weiß.
Diese überarbeiteten CX sollen den Verkauf ankurbeln und den Konzern nach 2 Verlustjahren wieder in die Gewinnzone bringen. Dies gelingt,
auch nicht zuletzt Dank der moderneren äußeren Erscheinung der Serie 2 Modelle.
Der entscheidende Unterschied liegt außen in den Kunststoffstoßstangen in Wagenfarbe und innen in einem völlig neuen Armaturenbrett.
Sonst haben sich noch die Spiegel, Sitze, Bedienelemente, Mittelkonsole, Türverkleidungen und Zierleisten verändert. Der Wagen erscheint
völlig neu im Geschmack der 80er Jahre und vermittelt einen viel moderneren Charakter, der auch nach weiteren 15 Jahren im Jahr 2000
keinesfalls altmodisch ist und im Straßenbild mit modernen Autos auffällig unauffällig wirkt. Dass dies gelang, ohne die Karosserie an sich zu
ändern, zeigt, wie modern der CX von Anfang an war. Die Technik bleibt weitgehend unverändert, lediglich ABS wird optional angeboten und
ein überarbeiteter Leichmetallmotor mit 2,1 l und 115 PS kommt neu ins Programm. Die Serie 2 steht nun mit 6 Motoren und 3 Karosserieversionen in 24 Ausstattungsvarianten zur Wahl.
1986 schreibt das Unternehmen wieder Gewinn. Die Verkaufszahlen des CX haben sich verdoppelt und seine Geschwister AX und BX sind
echte Erfolgsmodelle. Ganz Europa wird von der Nachricht des Atomunfalls in Tschernobyl erschüttert. Als indirekte Folge der zweiten
Energiekrise Anfang der 80er Jahre, welche die Entwicklung und den Bau solcher ölunabhängigen Kraftwerke wohl zu schnell vorangetrieben hatte, löst dieser Unfall weltweit eine Welle des Protests aus.
Um dem angeschlagenen Automarkt wieder auf die Sprünge zu helfen, senkt der Französische Staat 1987 die Mehrwertsteuer auf Autos von
33,3 auf 28 Prozent und Citroen stellt den Turbo 2 vor. Die Temperatur der Verbrennungsluft wird hier durch einen Ladeluftkühler gesenkt,
weshalb diese mehr Sauerstoff für die Verbrennung enthält. Dieser Kühler ist bei Benziner und beim Diesel identisch. In Verbindung mit
zahlreichen anderen Verbesserungen steigt die Leistung, sinkt der Verbrauch und die Motoren sollen haltbarer sein, was beim Benziner auch
gelingt. Der Diesel Turbo 2 wird als schnellster Serien Diesel PKW weltberühmt. Erstmals gibt Citroen 1987 eine 5-jährige Garantie gegen
Durchrostung, was in Anbetracht der fehlenden Korrosionsvorsorge in den CX Hohlräumen wohl als mutig bezeichnet werden darf.
1989 wird in Paris die Pyramide im Louvre gebaut und die Mauer in Deutschland abgerissen. Im Mai wird der neue XM vorgestellt und die
Produktion der CX Limousinen eingestellt. Die Welt trauert in diesen Tagen um Salvador Dali, Sergio Leone und den CX.
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