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Die Citroën CX Seite Hydraulik
Die Hydraulik betreibt Federung, Bremse und Lenkung. Sie wird mit der grünen LHM Flüssigkeit aus der Hochdruckpumpe versorgt. Ein Druckregler hält den Druck konstant und zwei getrennte Druckspeicher, für die Bremse und für den
Rest, sorgen für genügend Reserve. Hinter dem Druckspeicher sitzt der Sicherheitsschieber mit dem Warnkontakt. Dieser sorgt bei einem plötzlichen Druckabfall dafür, dass nur noch die Bremse mit Öl versorgt wird und schaltet die rote Warnleuchte mit dem Ausrufezeichen an der
Armaturentafel ein.
Die Federung ist weich und trotzdem nicht schwammig. Die Serie 2 ist ab Werk etwas straffer abgestimmt, was man jedoch leicht
verändern kann, damit der CX komfortabel über die Strasse schwingt. Jedes Rad stützt sich auf je einen Hydraulikzylinder, in welchen die Federkugel eingeschraubt ist. Die beiden vorderen und hinteren Zylinder bilden jeweils
einen Federungskreislauf, der jeweils von einem Höhenkorrektor versorgt wird. Diese Korrektoren
erhalten ihre Information über die momentane Höhe des Fahrzeugs über die Querstabilisatoren der Achsen, mit denen sie über ein Gestänge verbunden sind. Der Stabilisator ist nichts weiter als eine Stahlstange, die
das rechte mit dem linken Rad verbindet und beim Einfedern des Fahrzeugs verdreht wird. Dadurch öffnet der Korrektor und Öl fließt mit Hochdruck in die Federzylinder, sodass sich das Fahrzeug wieder hebt. Jetzt dreht sich der Stabilisator in die andere Richtung und der
Korrektor schließt bei Erreichen der Sollhöhe. Das Gestänge der manuellen Höhenverstellung ist ebenfalls mit dem Betätigungsgestänge der Korrektoren verbunden und simuliert ein
Verdrehen des Stabilisators. Dieses Gestänge wird bei der Serie 2 von einem elektrischen Stellmotor verschoben, sodass im Innenraum nur noch ein kleiner Schalter anstatt eines großen Hebels benötigt wird.
Das eigentliche Federn übernehmen die Federkugeln. Diese bestehen aus gezogenem Stahlblech und
haben eine Kunststoffmembran in sich, welche das Volumen der Kugel teilt. Hinter der Membran wird durch eine Öffnung Stickstoff eingefüllt und diese Hälfte danach fest mit einer Schraube verschlossen. Der Druck des Stickstoffs beträgt für die Vorderachse 75 Bar und für die
Hinterachse zwischen 40 und 50 Bar. Die andere Hälfte der Kugel hat eine Öffnung mit einem Gewindestutzen, welcher in den Federzylinder geschraubt wird. Vom Kolben des Zylinders wird nun das Öl durch die Öffnung in die Kugel und gegen die Membran gedrückt. Da sich Gase im
Gegensatz zu Flüssigkeiten komprimieren lassen, bewegt sich die Membran und drückt das Stickstoffpolster zusammen. Dieses Polster wird also bei jeder Bewegung des Fahrzeugs
zusammengedrückt und dehnt sich dann wieder aus. Der CX schwebt also auf einem Stickstoffpolster.
Die Bremse hat praktisch keinen Pedalweg und wirkt äußerst effektiv. Die Bremskreisläufe sind für vorne und hinten getrennt und die hintere
Bremse wirkt in Abhängigkeit zur Beladung des Fahrzeugs. Vorne sind die Bremsscheiben innenbelüftet und die starren Bremssättel mit 4
Bremskolben bestehen aus Aluminium und sind zur Hälfte fest in den Achsschenkel integriert. Dieser Teil der Bremse ist einzeln nicht
austauschbar. Die Handbremse wirkt ebenfalls auf die Vorderräder, aber unabhängig von der Hydraulik mit Seilen auf einen
Hebelmechanismus und extra Handbremsbeläge von der Größe eines 5 DM Stücks. Die hinteren Bremsscheiben sind nur bei den Break Modellen innenbelüftet.
Das wirklich Außergewöhnliche an der CX Hydraulik ist die Servolenkung. Sie trägt einen beträchtlichen Teil zum gesamten Charakter des CX bei und macht das Fahrgefühl unvergleichlich. Im Stand bei laufendem Motor geht das
Drehen des Lenkrades leicht von der Hand, so leicht, dass zum Einparken ein kleiner Finger reicht. Zurückdrehen muß man das Lenkrad auch nicht, sondern einfach nur loslassen und es
kehrt selbsttätig in die Geradeausstellung zurück. Hierfür ist ein kompliziertes und extrem teures Steuergehäuse nötig, welches über Nocken an der Lenksäule hydraulische Schieber
betätigt, die dann die Ölzufuhr zum Arbeitszylinder an der Zahnstange öffnen oder schließen. Dieser Zylinder hat für Linkseinschlag und Rechtseinschlag jeweils eine Druckkammer. In
Geradeausstellung stehen beide Kammern unter dem gleichen Druck. Das Steuergehäuse kann nun diese Kammern entweder mit der Hochdruckversorgung oder mit dem
Rücklaufsystem verbinden. Je nach dem kann man so mit Hilfe des Arbeitszylinders die Lenkung ohne großen Kraftaufwand einschlagen oder der Zylinder bewegt die Lenkung von
alleine in die Nullstellung. Fremdeinwirkungen auf die Räder, wie z. B. durch seitlich abschüssige Straßen oder Schlaglöcher können kein Öffnen der Steuerventile bewirken,
sodass ein CX immer stur geradeaus fährt, wenn der Druck in beiden Kammern gleich ist.
Die Wirkung der Lenkunterstützung nimmt mit zunehmender Geschwindigkeit ab. Diese
Erfindung hat Citroen im SM als erster Autobauer serienmäßig eingeführt. Bei hohen Geschwindigkeiten kann eine leichtgängige Lenkung zu schnelle und zu starke
Fahrzeugreaktionen hervorrufen. Deshalb ist der CX die Symbiose aus leichtem Einparken und stabiler Spurtreue bei Schnellfahrt. Das Ganze funktioniert mit Hilfe eines
Fliehkraftreglers, der von einer zweiten Tachowelle angetrieben wird. Er enthält Fliehkraftgewichte, welche bei steigender Drehzahl der Welle ein Ventil in der
Versorgungsleitung der Lenkung schließen. Wenn die Lenkung bei jeder Geschwindigkeit gleich leichtgängig ist, dann ist meistens der
Doppelantrieb für die beiden Tachowellen defekt. Häufig bricht nur der Halter für die Fliehkraftreglerwelle, sodass der Tacho noch läuft, aber
die Lenkung ständig unter vollem Druck steht und man dann Zick Zack auf der Autobahn fährt. In diesem Fall muss der Doppelantrieb
getauscht werden. Dieser hat bei der Serie 1 ein anderes Übersetzungsverhältnis als bei der Serie 2, ist also nicht kompatibel, obwohl er
baulich passt. Da das Steuergehäuse im Innenraum unter dem Lenkrad angebracht ist, ist bei jeder Lenkbewegung das Zischen von Öl in den
Hochdruckleitungen zu hören. Wenn einem CX Fahrer eine grüne Flüssigkeit auf die Knie tropft, dann wirds teuer. Selbst erfahrene Autofahrer
brauchen ein paar Tage, bis sie die Lenkung wirklich beherrschen. Danach ist sie eine der Komponenten, die am CX am meisten Spaß machen und es erscheint unmöglich, jemals wieder ohne zu fahren.
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